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| Das Trio für Klarinette, Violonello und Klavier bildet das erste Kapitel in Martin Schlumpfs "Buch der Proportionen". Es geht hier um eine möglichst variative und vielgestaltige, aber auch strikte und nachvollziehbare Gestaltung der Rhythmik. Die Stimmen sollen oft voneinander quasi unabhängig laufen, sich in unterschiedlichen Zeitebenen befinden, und doch den "Kontakt zueinander" nicht verlieren. Eine Schlüsselrolle hat dabei manchmal das Klavier: linke und rechte Hand spielen z.B. in einem Proportions- verhältnis der Zählzeiten von 2:3, dann "sitzen" Klarinette und Cello individuell auf je eine Stimme (=Hand) auf und machen weitere Unterteilungen, was bis zu Proportionen von 9:4, resp. 9:8 führt (am Anfang). Des weiteren tauchen in anderen Teilen unregelmässige Taktarten und Metren auf, welche in einem Unisono- Abschnitt kulminieren, in dem zusätzlich mit Temposprüngen (in den Verhältnissen 3:2 / 4:3 / 5:4 / 6:5 und umgekehrt) eine weitere Variationsebene ins Spiel kommt. Zusammen mit Ostinato-Bildungen und Synkopen- akzenten ergibt sich so eine Rhythmuswelt, in der Proportionsverhältnisse das Zeitgeschehen weitgehend prägen. Mit leicht veränderten Vorzeichen gilt dies auch für die Gesamtarchitektur. Nach den Zahlen der Fibonacci-Reihe (Annäherungen an den Goldenen Schnitt) ist die Grossform durch zahlreiche Unterteilungen einer Gesamtlänge von 1597 Sekunden konzipiert: auf mehreren Ebenen sind die Proportionen des Goldenen Schnittes ineinander verschachtelt, was zu einem Labyrinth von zunächst noch leeren "Zeitkasten" geführt hat, die Martin Schlumpf sukzessive mit rhythmisch-metrischen, melodischen, harmonischen, konzeptionellen, artikulatorischen, dynamischen und Tonraum-Ideen "gefüllt" hat. Dabei sind auch unterschiedliche Arten von Analogien, resp. Reprisen eingeflochten. Kurz vor der Mitte des Stücks gibt es eine Annäherung an eine Stelle aus dem ersten Satz des Brahmsschen Klarinettentrios: die Musik verwandelt sich, ist ziemlich überraschend nahe bei Brahms und entfernt sich dann mit Partikeln dieser vergangenen Tonsprache wieder davon... . Ungefähr um 1970 hat Martin Schlumpf während seines Berufsstudiums als Klarinettist das Trio von Brahms an einem Schul-Forum gespielt. Bald darauf hat er sein Hauptfach zu Klavier gewechselt, früher, bis zur Matura 1966 hat er intensiv Cello gespielt: es sind also "seine" Instrumente, für die er da komponiert hat (heute spielt er zwar wieder andere). Das Trio für Klarinette, Violonello und Klavier ist seiner Frau Antoinette und allen, die den Rhythmus haben, gewidmet. Die Hörprobe ist im MP3-Format gespeichert. Für das Anhören wird z.B. der kostenlose Apple QuickTime Player benötigt, der auf der Homepage des Herstellers heruntergeladen werden kann. Die Partiturausschnitte sind im Adobe PDF-Format gespeichert. Für die Ansicht wird z.B. der kostenlose Adobe Reader benötigt, der auf der Homepage des Herstellers heruntergeladen werden kann. © Martin Schlumpf · Alte Endingerstrasse 4 · 5303 Würenlingen |