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| Eine Zeit- und Klangreise in neun Teilen. Ein musikalischer Kurzroman auf realen und imaginären Schauplätzen, mit Personen, die an verschiedenen Orten wieder auftauchen, und anderen, die nur flüchtig hereinschauen. In einer Gegenwart, die vielleicht auch schon morgen ist - in Fabrikhallen, auf Eisenbahnen, in sumpfender Einöde, im Chaos der Grossstädte, in weiten, welligen Wäldern ... Primär ein Rhythmusstück mit sechs verschiedenen Tempoebenen. Dabei gilt es Entsprechungen: die Zählzeit ist gleich in den Teilen I und V (verschiedene Formen pulsierender Komplementärrhythmik), II und VIII (Klavierimprovi- sationsteile), II und IX (Vorherrschaft des melodischen Hauptmotivs) sowie IV und VII (walzer- / marschähnliche Kla- vierbegleitung). Nur das langsamste Zeitmass im Teil VI (wo das Zählen zum Teil sogar aufgehoben ist) findet sich sonst nirgends. Auffällig sind auch die Übergänge zwischen den Teilen: die Tempoebenen, die zueinander in rational einfachen Verhältnissen stehen (1:2 / 2:3 / 3:4 und umgekehrt), sind jeweils durch kurze Zwischenspiele vermittelt, in denen sich die neue Zählzeit ankündigt, bevor sie sich durchsetzt. Zusammenhalt bekommt das Ganze nicht zuletzt aber auch durch eine einfache melodische Figur, die in der Oberstimme des Klaviers im Teil I im Keim angelegt ist, im Teil II in Begleitfiguren sich langsam ankündigt, um im Teil III zum ersten Mal voll präsent zu sein (allerdings in verschiedenen Längenvarianten übereinander). Dann ver- liert sich die Figur, taucht verfremdet im präparierten Klavier des Teils VI wieder auf, geht wieder unter, um dann schliesslich im letzten Teil IX zuerst in Überlagerungen und nach und nach in einem Quasi-Song allein übrig zu bleiben. "...wie die Zeit vergeht..." ist im Sommer / Herbst 1993 im Auftrag des Schweizer Schlagzeug-Ensembles (SSE) für Christoph Baumann und das SSE am Punkt 662 / 664 (=ungefähre Koordinaten von Martin Schlumpfs Komponierhäuschen in Würenlingen) entstanden. © Martin Schlumpf · Alte Endingerstrasse 4 · 5303 Würenlingen |